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Tur Abdin
"Berg der Einsiedler"
"Berg der Heiligen"
"Berg der Knechte Gottes"
Heimat der syrisch-aramäischen Christen

Landkarte des Tur Abdin

Landschaft Tur Abdin

Landschaft Tur Abdin

Der Tur Abdin (Berg der Einsiedler) ist ein Gebirgsland mit Ebenen dazwischen. Er erreicht eine Höhe zwischen 900 und 1400 m. Als Schwelle liegt es im Südosten der Türkei zwischen dem Hochgebirge der östlichen Taurusketten im Norden und den syrisch-mesopotamischen Ebenen im Süden und Westen. Seit der ersten Hälfte des 16. Jhs. gehört der Tur Abdin zum Osmanischen Reich, heute zur Republik Türkei.

Schon in den ersten Jahrhunderten verbreitete sich das Christentum auf diesem Gebirgsplateau. Zwischen dem 4. und 14. Jh. entwickelte sich der Tur Abdin zum Zentrum des syrischen Mönchtums und seiner Kultur. Hier befinden sich zahlreiche bedeutende Klöster und Kirchen, wo die syrisch-aramäische christliche Kunst und Buchmalerei blühten.

Ende des 14. Jhs. bereitete der Tatarensturm dem Tur Abdin einen schweren Schlag. Viele Kirchen und Klöster wurden zerstört oder ausgeraubt; zahlreiche Christen getötet oder verschleppt. Danach konnte sich der "Berg der Heiligen" davon kaum noch erholen. Auch im 1. Weltkrieg fielen viele Christen den Verfolgungen durch Kurden zum Opfer, im Zusammenhang mit dem Holocaust an den Armeniern, deren Siedlungsgebiete an den Tur Abdin grenzten.

1978 lebten in Tur Abdin 2577 christliche Familien in 48 Ortschaften. Diese Christen sprechen "Turojo", einen syrisch-aramäischen Dialekt. In ihren Kirchen und Klöstern befinden sich noch heute sehr alte Evangeliare. Einige von ihnen stammen aus den 7. und 8. Jh. Sie sind auf Gazellenhaut geschrieben und zum Teil mit Darstellungen aus der Heilsgeschichte illuminiert.

Blick auf den Tigris bei Hasankeyf

Blick auf den Tigris bei Hasankeyf

Der Tigris entspringt aus dem See Hazar Gölü im Osttaurus, südöstlich vom Elazig in der Türkei und fliesst später in den Irak. Dort vereint er sich bei al-Qurna mit dem Euphrat zum Schatt el-Arab und mündet in den arabischen Golf.

Hasankeyf liegt 50 km nördlich von Midyat. Der südosttürkische Ort war seit jeher ein wichtiger Tigris-Übergang und blickt auf eine große, auch christliche Vergangenheit zurück.

Die Höhlen von Hasankeyf waren bereits in der assyrischen Zeit um 800 v.Chr. bewohnt; in römisch-persischer Zeit stand hier eine bedeutende Zitadelle. Römer, Perser und Armenier wechselten sich in der Herrschaft über Burg und Stadt ab.

Auf dem Konzil von Chalcedon 451 war "Cepha/Kiphas" (der häufig erwähnte Name für die Stadt) durch einen Bischof vertreten. In byzantinischer Zeit gehörte Hasankeyf zu den wichtigsten Grenzfestungen im Osten des Reiches.

Bis zum 16. Jh. blieb Hasankeyf (Hesna d`Kepha) westsyrischer Bischofssitz. Der Sonderpatriarch, Schriftsteller und Exeget Masùd von Saleh wurde bei seinem Besuch von dem kurdischen Fürsten von Hasankeyf vergiftet. Danach ließen die muslimischen Herrscher häufig christliche Untertanen von den Felsen stürzen oder auf andere Weise töten.

Im 14. und 15. Jh. wurde Hasankeyf auch durch mehrere syrische Manuskripte, Evangeliare und Bibelkommentare bekannt. Zu den berühmtesten hier verfassten Werken gehört "Das geistige Schiff" des Bischofs und später Patriarchen Basil Masùd, Bischof seit 1481.

Von den zahlreichen Kirchen, die früher in Hasankeyf standen, sind aus den Quellen die Marienkirche (Joldat Aloho), Mar Soche, "Deir Makarius" und die Kirche der "Vierzig Märtyrer" bekannt.

Im 1. Weltkrieg wurden die Christen aus Hasankeyf vertrieben oder getötet. Die Westsyrer (Syrisch-Orthodoxe) flüchteten nach Midyat, Syrien und Beirut. Von den Armeniern fehlt jede Spur. Heute droht ein Staudamm die historische Stadt und die Dörfer in der Umgebung ganz unter Wasser verschwinden zu lassen.
Ein Jammer!

Blick auf den Tigris bei Hasankeyf

Blick auf Edessa

Blick auf Edessa Stadt

Edessa (heute Urfa) ist eine antike syrische Stadt. Alexander der Große eroberte sie 331 v. Chr. und gab ihr den Namen der makedonischen Hauptstadt. Seitdem entwickelte sich Edessa zu einem Ort, der von der griechischen und aramäischen Kultur geprägt ist. 132 v. Chr. wurde Edessa die Hauptstadt des Königreichs Osrhoene, das 165 n. Chr. in die Hände der Römer fiel.

Zu lebzeiten Jesu regierten in Edessa der syrisch-aramäische König Abgar "der Schwarze". Als er krank war und von Jesus Wundern erfuhr, schrieb er ihm -wie die syrische Traditon berichtet- einen Brief mit der Bitte , zu ihm nach Edessa zu kommen, um ihn zu heilen. Jesus antwortete und versprch dem König einen seiner Jünger zu schicken.

Eusebius von Caesarea berichtet um 300 n. Christus in seiner "Kirchengeschichte" über diese Korrespondenz und erwähnt, daß nach der Auferstehung Christi der Apostel Thomas den Jünger Thaddäus nach Edessa sandte, um König Abgar zu heiel und dort zu predigen.

Einer historischen Überprüfung hält diese Korrespondenz nicht Stand. Hinter dieser Legende stand der Wunsch jeder größeren Stadt mit einem hohen christlichen Bevölkerungsanteil, einen apostolischen Ursprung zu geben. Trotzdem müssen wir feststellen, daß die christliche Lehre in Edessa schon Mitte des 3. Jahrhunderts gut vertreten war. Sonst wäre es schwer zu erklären, wie der aramäische Dialekt von Edessa - die Kanzleisprache - schon zu dieser Zeit die Schriftsprache der syrischen Christen werden konnte.Außerdem wurde der erste bekannte Bischof Palut 200 von Serapion von Antiochia für Edessa geweiht. Im 5. Jh. gelangte die theologische Schule der Stadt zu großem Ruhm. Ihr Name "Perser-Schule" erhielt sie, weil sie zahlreiche Studenten aus Persien anzog. Neben den bekannten Schulen von Antiochia und Alexandrien beeinflusste die Schule von Edessa die Entwicklung des Christentums entscheidend mit.

In Edessa wurde die Bibel ins Syrische übersetzt. Hier wurden berühmte liturgische Hymnen und biblische Kommentare von bekannten Dichtern und Theologen wie Aphrem der Syrer, Theodor von Mopsuestia, Narsai und Bischof Rabbula geschrieben und gelehrt.

Zitadelle von Edessa

Blick auf Edessa Zitadelle

Diese Zitadelle war eine der am besten befestigten Burgen der Antike im Orient. Sie galt jahrhundertelang als uneinnehmbar. Der syrisch-aramäische König Abgar V. Ukkuma, (9 - 46 n. Chr.) der angeblich Jesu um Heilung von einer schweren Krankheit bat, musste sich hier gegen Angriffe der Römer verteidigen.

Auf einer der beiden Säulen befindet sich eine syrische Inschrift. Sie besagt, daß auf ihr einst die Statue der christlichen Königin Schalmat, Tochter von Man dem Kronprinzen (frühes 3. Jh. n. Chr.) stand. (s. Sebastian Brock, Die Verborgene Perle, Bd. 1. S. 173).