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Syrisch Aramäische Schriftarten

Syrisch - Serto

Syrische Schrift Serto

Syrisch - Estrangela

Syrische Schrift Syrisch - Estrangela

Syrisch - Ostsyrisch

Syrische Schrift Syrisch - Ostsyrisch

Syrisch - Suryani - Suryoyo - Syriac

Syrisch ist eine ostaramäische semitische Sprache, die seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. gesprochen wird. Von den syrischen Kirchenvätern und den Orientalisten wird syrisch auch als die "Edessenische" Sprache, daher die Sprache von Edessa (im syrischen "Urhay") bezeichnet. Vermutlich existierte eine umfangreiche, nichtchristliche Literatur in syrischer Sprache, von der aber mit Ausnahme des Briefes von Mara bar Serapion (2. oder 3. Jahrhundert) und einigen Anmerkungen in späteren syrischen Werken nichts erhalten ist. Syrisch wurde schnell zur Sprache des Frühchristentums, so dass eine Vielzahl von Bibelkommentaren, Kirchengeschichten und geistlichen Biographien, sowie philosophischen und theologischen Abhandlungen in ihr verfaßt wurde. Drei der bedeutendsten syrischen Autoren des 4. und 5. Jahrhunderts waren Afrahat, ein Apologet des christlichen Glaubens, Ephräm der Syrer, Verfasser religiöser Hymnen, und Narsai der Aussätzige, der wegen der Schönheit seiner Verse mit dem Ehrentitel "Harfe des heiligen Geistes" ausgezeichnet wurde. Die berühmteste christliche Schrift ist die syrische Übersetzung des Neuen Testaments, die Peshitta, die wahrscheinlich aus dem 5. Jahrhundert stammt. Neben religiösen Texten wurden die Werke von Aristoteles und anderen griechischen Philosophen ins syrische übersetzt. Die Blütezeit des syrischen reichte bis ins 7.Jahrhundert.

Das Syrisch aus der Zeit von Ephräm der Syrer wird heute als Altsyrisch oder im syrischen als "Kthobonoio" bezeichnet. Altsyrisch wird heute noch als liturgische und Gelehrtensprache gepflegt.

Durch die Kirchenspaltung im 5. Jahrhundert liegt syrisch in zwei Sprachformen vor, dem sogenannten Ost- und Westsyrisch. Die Mehrzahl der Christen der apostolischen Kirche des Ostens und der chaldäischen Kirche sprechen Ostsyrisch. Die Ostsyrer bezeichnen ihre Sprache selbst als Assyrisch oder Chaldäisch. Die Mehrzahl der syrisch-orthodoxen Christen die aus dem Tur Abdin stammen sprechen Westsyrisch oder wie sie sie selber nennen Turoyo. Weltweit gibt es heute noch mehr als 1 Millionen Christen deren Umgangssprache syrisch ist.

Syrisch wird in drei verschiedenen Schriftarten geschrieben. Die älteste syrische Schriftart ist Estrangela. Die Ostsyrer schreiben bis heute in Estrangela aber auch in ihrer eigenen Schrift dem Ostsyrisch. Die Westsyrer dagegen schreiben in ihrer eigenen Schrift dem Serto.

Weitere Informationen zur syrischen Sprache:

(PDF-Dokument): Die Sprache des Tur Abdin, Turoyo, und ihre Zukunftsaussichten in der europäischen Diaspora. von Dr. Shabo Talay - Erlangen

Kopist im Kloster Mar Gabriel bei Midyat

Kopist im Kloster Mar Gabriel bei Midyat

Die syrisch-aramäischen Schreiber hinterließen uns etwa 12.000 Handschriften; 3.600 von ihnen sind datiert. Die erstevorhandene Handschrift trägt das Datum 411 n. Chr. (Einige Rechtsdokumente stammen aus den Jahren 240, 242 und 243).

Die ältesten Handschriften sind zumeist in "Estrangelo" geschrieben. Diese Schrift unterscheidet sich von der kursiven Schrift, dem "Serto", der von den westsyrischen Schreibern im Laufe des 8. Jh. n. Chr. entwickelt wurde.

Die meisten syrischen Handschriftensammlungen stammen aus den Klöstern vom Tur Abdin in der Südosttürkei, wie Mar Gabriel, Deit ez-Zaafaran, Marr Malke und den Dörfern Hah, Idil, Basibrin und Anhel. Außerdem stammen reiche Handschriftensammlungen aus den syrischen, nestorianischen, melkitischen, chaldäischen und maronitischen Klöstern im Nordirak, Nordsyrien und aus dem Libanon.

Besonders zu erwähnen sind die zahlreichen alten syrischen Manuskripte aus Ägypten und Jerusalem. Allein um 140 datierte syrische Handschriften aus der Zeit vor 1000 n. Chr. wurden im syrischen Kloster "Deir es-Surian" in der skytischen Wüste Ägyptens verfaßt. Außerdem sind zahlreiche alte syrische Handschriften im St. Katarinen-Kloster auf dem Ninai aufbewahrt. In diesem berühmten Kloster lebten zwischen dem 9. - 14. Jh. neben den griechischen zahlreiche syrischsprechende Mönche.

Heute befinden sich zahlreiche Sammlungen außerhalb des Orients im Vatikan, British-Museum, in Berlin, Paris (Bibliotheque Nationale), Birmingham (Mingana Kollektion), Cambrifge/Massachusetts (Harvard-University), Florenz, Manchester, Mailand und St. Petersburg.
Die Tradition des Abschreibens ist bis heute bei den Syrischen Christen noch lebendig. In verschiedenen Klöstern des Orients findet man Mönche, die diese Kunst noch beherrschen und ausüben.