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Blick auf Midyat

Tor zu Midyat

Mit 30.000 Einwohnern ist Midyat die Kreisstadt vom Tur Abdin. Dort hat der Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche seinen Sitz. Bis 1970 war die Bevölkerung zu gleichen teilen christlich und muslimisch. Heute sind die Christen bis auf einen kleinen Rest von ca. 2000 Gläubigen, nach Europa, Australien und in die USA ausgewandert und haben dort Asyl gefunden, weil ihre Verfolgung anerkannt wurde. Die neuen Bewohner der Stadt kommen größtenteils aus den kurdisch- und arabischensprachigen, besonders aus den vom Krieg heimgesuchten Grenzgebieten. Sie besetzten die leerstehenden Häuser der Christen.

Bereits in assyrischer Zeit war die Siedlung so bedeutend, daß sie in den Annalen des Königs Assurnasirpal im 9. Jh. v. Chr. als Höhlenstadt "Matiate" erwähnt wurde. Von dieser Bezeichnung ist der Name "Midyat" wahrscheinlich abgeleitet worden. Später sprechen syrische Quellen vor allem von Überfällen, z.B. wurden 1145 viele Häuser der Stadt durch Räuber zerstört und die Kirche "Mar Aksenaja" (heute Mar Philaxenos) ausgeraubt. Trotzdem ging das christliche Leben in der Stadt weiter.

Sohdo von Midyat schrieb 1395 ein bebildertes Evangeliar, das bis vor kurzem der Kirche "Mart Schimuni" gehörte. Heute wird es aus Furcht vor Diebstahl an einem geheimen Ort aufbewahrt.

Die englische Kunsthistorikerin Gertrud Bell besuchte Midyat kurz vor dem 1. Weltkrieg. Es erschien ihr als "eine sehr hübsche kleine Stadt mit neuen, gut gebauten und reich verzierten Häusern, in denen der Wohlstand blühte". Kurz danach, nach 1915, versank diese Welt im I. Weltkrieg nochmals in Trümmern.

Im Häusergewirr der Altstadt stehen heute noch viele Ruinen aus dieser Zeit. Zwischen würfelförmigen Häusern sieht man schöne Patrizierhäuser mit kerbschnittverzierten Ornamenten. Sie zeugen vom früheren Wohlstand.

Glockentürme, deren Form an die Minaretts erinnern, ragen aus dem Häusermeer von Midyat hervor. Die syrisch-orthodoxen Kirchen tragen die Namen Mar Philaxenos Aksenojo (die älteste aus dem 6. Jh.), Mart Schimuni, Mar Scharbel (die jüngste), Mar Barsauma (hier residierte der Chorbischof) und Joldath Aloho/Marien Kirche, ein ehemals protestantisches Zentrum, dessen Anhänger zumeist ausgewandert sind.

Etwa in einer Entfernung von 2 km erstreckt sich der muslimische Stadtteil von Midyat, der sich immer mehr in den christlichen Teil ausdehnt. In dem früher siedlungsfreien Gelände stehen heute staatliche Verwaltungsgebäude und Schulen. Eine Tankstelle, Reparaturwerkstätten und Geschäfte siedeln sich heute am Stadtrand des ehemals christlichen Midyat an.

Ansicht Midyat

Christliche Bevölkerung in Midyat 1977

Christliche Bevölkerung in Midyat 1977 Midyat 1977