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MG - Mar Gabriel re-active (e.V. in Gründung)

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Syrische Kirchenväter

Der Syrisch-Orthodoxe Patriarch Jakob 111.

Der Syrisch-Orthodoxe Patriarch Jakob 111

Als ich 1966 Dr. Yusef Samarra, den Leiter des syrischen Touristenamtes in Damaskus, besuchte, fragte ich nach dem syrisch-orthodoxen Patriarchen Mar lgnatius Jakub III. Dr. Samarra, der den Patriarchen persönlich kannte, rief ihn an und fragte, wann ich ihn besuchen könne. Sofort sagte der Patriarch: Ich komme gleich zu Ihnen; denn er hatte schon von meinen Forschungen im Tur Abdin gehört.

In der Tat schon nach ca. einer halben Stunde war der Patriarch mit seinem Begleiter da, dem späteren Bischof Mar Gregorius Saliba von Mosul. Der Patriarch zeigte sich sehr interessiert an der Lage seines Kirchenvolks im Tur Abdin und stellte außerdem viele Fragen über die Situation der Christen in Deutschland. Er zeigte sich als weltoffener Kirchenführer, der sein Kirchenvolk mit Strenge und Güte regierte. Er wurde 1901 im Dorf Bartillaa im Nordirak geboren. Später studierte er Theologie in Mosul und Damaskus. 1966 wurde er zum Patriarchen geweiht. 1973 untemahm er auf Einladung der Kirche in Bayern eine offizielle Reise durch Süddeutschland und setzte sich bei den deutschen Kirchen dafür ein, daß die ersten Asylbewerber aus dem Tur Abdin unterstützt wurden. 1980 starb er in Damaskus.
Dr. Helga Anschütz

Mar Athanasius Yeshu Samuel Syrisch-Orthodoxer Erzbischof von USA und Kanada

Mar Athanasius Yeshu Samuel Syrisch-Orthodoxer Erzbischof von USA und Kanada

Bevor Erzbischof von USA und Kanada wurde, war er Erzbischof von Jerusalem.

Der Hirte, der die ersten Tonkrüge mit den Qumranrollen entdeckte, brachte sie zum Erzbischof Yeshu Samuel. Dieser erkannte als erster ihre Bedeutung.

Bischof Johannes Efrem Bilgic im Kloster Mar Gabriel bei Midyat

Bischof Johannes Efrem Bilgic im Kloster Mar Gabriel bei Midyat

"Es war schon stockdunkel in Midyat, als mich Dorfpriester Abdullah Gülce durch die steinigen Gassen der Kreisstadt zu den Feldstein Mauern der Kirche Mart Schmuni führte, wo Bischof Yuavannes Efrem Bilgic seinen Sitz hatte. Eine Petroleumlampe wies flackernd den Weg, der durch das Tor des Gebäudes führte. Strom gab es im ganzen Dorf nicht, auch kein fließendes Wasser, nur Brunnen, in denen das Regenwasser aufgefangen wurde.

Wir kletterten die steile Treppe zu dem Raum hinaus, wo der Bischof auf einer mit bunten Stoffen bedeckten Matratze lag und rege mit etwa 10 um ihn herumsitzenden älteren Männern - anscheinend Dorfälteste - diskutierte. Alle erwarteten mich neugierig, da ich zu ihnen aus der unbekannten Fremde gekommen war; denn sie erhofften viele Neuigkeiten aus Deutschland, wo schon einige Gastarbeiter aus Midyat Geld verdient hatten.

Bischof Efrem begrüßte mich per Handschlag, und unter Mithilfe eines aus Deutschland angereisten Gastarbeiters konnten wir uns - auch mit Gesten - gut verständigen. Der Bischof redete Turoyo - einen aramäischen Dialekt - ich auf Deutsch, Englisch und mit einigen Wörtern Persisch und Arabisch verständigen. Seinen Kopf bedeckte eine mit Kreuzen bestickte schwarze Mütze - wie syrisch-orthodoxe Mönche sie tragen - sein markantes Gesicht mit der großen gebogenen Nase war von einem langen, weißen Bart umrahmt. Für sein Alter von 76 Jahren schien er noch sehr vital.

Syrische Kirchenväter

Bischof Johannes Efrem Bilgic reiste per Esel von Dorf zu Dorf und reorganisierte seine Diözese. Die Christen im Tur Abdin hatten einen Aufbau bitter nötig, denn nach dem 1. Weltkrieg wurde die Region noch lange von kurdischen Aufständen heimgesucht.

Die 1600 Jahre alten Klöster Mar Gabriel, Mar Abraham, Mar Jakob, Mar Augin wurden in gemeinsamer Arbeit der christlichen Dorfbewohner nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebaut. Auch ließ er alte Handschriften in Syrisch-aramäisch, z.T. über 1000 Jahre alt, aus Verstecken retten und restaurieren. Sie wurden mir am ersten Abend beim Schein der selbstgefertigten Kerzen gezeigt.

Als der Bischof in hohem Alter krank und halbblind wurde, zog er sich ins Kloster Mar Gabriel zurück, blieb aber trotzdem der Motor für diejenigen, die nicht im Ausland ihr Glück versuchen, sondern in der Heimat ihre Traditionen lebendig halten wollten. Mit 95 Jahren starb er, und danach wanderten die Christen bis auf etwa 3000 in "die westliche Welt" aus.
Dr. Helga Anschütz

Mönch Schabo im Kloster Mar Gabriel bei Midyat 1977

Mönch Schabo 1977

Der Mönch Schabo stammt aus Aynvert. Er gehörte lange zum Kloster Mar Gabriel und baute später das Kloster Mar Malke wieder mit auf.

Das Mönchsleben hatte stets eine große Bedeutung innerhalb der orientalischen Kirchen. Tausende von Mönchen führten ein strenges asketisches Leben. Diese "Weltflucht" wirkt sich aber ihrerseits positiv auf das Leben der Kirche aus. Der scheinbar "vor der Welt geflohene Mönch" wird zum Zentrum des christlichen Lebens. Er wird emmal von den Gläubigen verehrt und betreut sie andererseits als Seelsorger.

Priester Yuhannun Teber zeigt ein Evangeliar in Miden 18. JH.

Priester Yuhannun Teber zeigt ein Evangeliar in Miden 18. JH.

Das Dorf Miden liegt 15 km westlich der Kreisstadt Idil neben der Straße Mardin-Cizre. Die Zahl der Kirchen zeigt, daß Miden ein bedeutender christlicher Ort war. Hier sollen in persischer Zeit zahlreiche Christen den Märtyrertod gefunden haben. Aus geschichtlichen Zeiten sind die alten, in der zweiten Hälfte des 20. Jh. restaurierten Kirchen "Mar Jakub Malphono" und "Mar Juhannan" noch erhalten. In der Nähe des heutigen Dorfes befinden sich mehrere Kirchenruinen. Das sind "Mar Addai", "Mar Abhai", "Mar Augin", "Mar Bar Sauma", "Mar Heoro", "Mar Zoche" - Zeugen einer bedeutenden Geschichte.

1453 wurde Miden durch Nomaden zerstört; im 15. Jh. durch Truppen aus Diarbekir (Amida) gebrandschatzt. Um die Mitte des 19. Jh. wurde das Dorf durch den Kurdenführer Massur Beg aus Bohtan zerstört; später von den Christen teilweise wiederaufgebaut.

Ab 1972 ist eine große Zahl von Christen aus Miden nach Berlin vor kurdischen Verfolgungen zusammen mit ihrem Priester Yuhannun Teber geflüchtet. Heute hält Priester Malke Tok dort noch Gottesdienste für die zurückgebliebenen Christen ab.

Das Bild zeigt den Priester Yuhannun Teber mit dem Evangeliar der Kirche "Mar Jakub Malphono" vor seiner Flucht. Die wervolle Handschrift mit dem silbernen Deckel stammt aus dem 18. Jh..